Loops und ihr Kontext
Isolierte und offene Loops
In der Realität existieren keine isolierten Loops. Alles, was real existiert, ist mit anderen Dingen verbunden. Wenn nun zwei modifizierende Aktionen A und B in ein enges Loop-Verhältnis treten, isolieren sie sich zunehmend von der Umgebung, doch niemals – ausser in simplen Computerprogrammen und Gedankenspielen – so komplett, dass sie sich ganz von der Aussenwelt abkapseln. In der Realwelt sind zwei Geschehnisse niemals so eng miteinander verbunden, dass keine weiteren Geschehnisse von aussen auf sie Einfluss nehmen könnten. Ein realer Loop ist nach aussen offen und das Aussen (der Kontext) entscheidet, ob und wie der Loop unterstützt oder geschwächt wird.
Der Kontext spielt immer eine Rolle
Auch wenn ein Computerprogramm sich wegen eines Loops aufhängt, sodass es scheinbar stillsteht, läuft der Loop nicht ewig. Es gibt ausserhalb des Programms einen weiteren Kontext, der den Loop auf jeden Fall beendet. Das Programm läuft in einem Rechner und der Rechner hat irgendwann keinen Strom mehr oder das Programm wird vom Betreiber gestoppt. Der Kontext hört also nicht im Rechner auf.
Das ist auch bei jedem anderen Algorithmus so, wenn er auf die Realwelt angewendet wird. Der Kontext ist immer weiter als wir denken, und unser Versuch, die Realität in einem Modell einzufangen kann nie alle Facetten berücksichtigen.
Das menschliche Gehirn verarbeitet Informationen auf eine ganz besondere Weise. Es ist ganz prinzipiell ein offenes System, es empfängt Eindrücke von aussen und gibt Handlungsanweisungen nach aussen, an Mund, Hände und Körper. Wir beobachten das Aussen, doch es ist grösser und weiter als unser Gehirn und unser Denkapparat ist nicht in der Lage, das gesamte Aussen zu erkennen. Viel Information bleibt unbekannt. Das ist immer so, nicht nur in unseren Gehirnen, sondern in jedem System, das versucht, sich ein Bild von der Gesamtrealität zu machen. Jedes Modell ist kleiner als die Realität, die es beschreibt. Kein Modell ist in der Lage, alle Information seiner Umgebung für immer vorauszusehen und einzubeziehen.
Der Kontext spielt immer eine Rolle.
Beispiel Rüstungsspirale und Kontext
Eine Rüstungsspirale enthält immer einen Loop.

View 1: Rüstungsspirale
Die beiden Länder A und B befinden sich in einem Teufelskreis. Jede Aufrüstung des einen Landes provoziert die Aufrüstung des anderen und vice versa.
Doch eine solche Aufrüstungsspirale kann nicht ewig dauern. Irgendwann gehen einem Land die Resourcen aus oder weitere Länder engagieren sich im Konflikt und der geschlossene Loop öffnet sich.

View 2: Die Einflüsse und Kräfte (blau) modifizieren den Loop (rot)
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